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* Raphael Hegglin

ist Co-Redaktionsleiter des Haus Magazin und schreibt für Fachzeitschriften und Tageszeitungen über die Themen Gebäudetechnik, Energieeffizienz, Wissenschaft und Natur.

Bakterien, Milben und Staubläuse ernähren sich von den organischen Bestandteilen im Hausstaub.

Was ist eigentlich Schmutz?

Erde, Hautschuppen, Fasern, Milben: All das bildet Schmutz – und einiges davon gefährdet die Gesundheit.

Text — Raphael Hegglin*

Ein sauberes Zuhause ist ein urmenschliches Bedürfnis – und essenziell für die Gesundheit. Daher putzen und reinigen wir regelmässig und befreien unser Heim von Schmutz. Doch Putzen ist eine Sisyphusarbeit: Kaum ist etwas sauber, beginnt es schon wieder, schmutzig zu werden.

Naturwissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen nüchtern als Entropie. Durch Wärme, also Teilchenbewegung, verteilt sich jede Art von Materie – immerzu und überall! Ausser die regelmässige Reinigung gibt es also kein nachhaltiges Rezept gegen Schmutz.

Problem Hausstaub

Doch was ist Schmutz genau? Grundsätzlich lässt sich in groben, flüssigen und feinen Schmutz einteilen. Erster besteht zum Beispiel aus Erde, Pflanzenresten, Papier- und Kunststoff-Fetzen. Flüssigen Schmutz kann beispielsweise ins Haus getragenes Regenwasser, verschüttete Getränke oder Kondenswasser, das sich mit Staub mischt, sein.

Besonders zu schaffen macht uns der feine Schmutz, auch Hausstaub genannt. Denn er kann die Gesundheit gefährden: Hausstaub enthält Allergene und er kann selbst bei völlig gesunden Menschen Reizhusten und andere Beschwerden auslösen.

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Kleinste Lebewesen

Ein Blick durchs Mikroskop zeigt, wie unterschiedlich Hausstaub zusammengesetzt ist. Er besteht aus Hautschuppen, Fasern, Pflanzenpollen, Gesteinskörnchen, Abrieb, Feinstaub und vielem mehr. Und er lebt: Bakterien, Milben und Staubläuse ernähren sich von den organischen Bestandteilen im Hausstaub.

Während Bakterien Infektionen verursachen können, lösen die Ausscheidungen von Milben Allergien aus. Typische Symptome einer Hausstauballergie sind gerötete, juckende Augen, eine verstopfte Nase, Husten und im Extremfall Asthma sowie Atemnot. Es ist daher wichtig, Hausstaub regelmässig zu entfernen. Und zwar so, dass er dabei möglichst nicht aufgewirbelt wird. Dazu eignen sich insbesondere Staubsauger, die mit einem HEPA-Filter ausgestattet sind. Dieser verhindert, dass der Feinstaub nicht einfach wieder hinten aus dem Staubsauger geblasen wird.

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Info
Wehret den Anfängen

Ein grosser Teil des Schmutzes entsteht nicht in einem Haus selbst, sondern wird von seinen Bewohnerinnen und Bewohnern hineingetragen. Das wusste man eigentlich schon früher: Zu einem Haus gehörte damals ein Windfang oder eine Schmutzschleuse. In der modernen Architektur sind diese aus der Mode gekommen, und so tritt man heute oft direkt in den Wohnbereich. Dem Schmutz lässt sich trotzdem entgegenwirken: Gitterroste und Matten aus Kokosfasern, Textilien oder Gummi nehmen den Schmutz von der Schuhsohle und verhindern, dass er ins Haus gelangt. Wichtig ist jedoch, dass man die Matten regelmässig reinigt.