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* Tanja Seufert

ist Co-Redaktionsleiterin des Haus Magazin und schreibt über Themen rund um Wohnkomfort und Einrichten.

In zehn Jahren wird die Wohnung wie ein Smartphone funktionieren.

So wohnen wir im Jahr 2030

Die aktuelle Zukunftsforschung zeigt: Wohnen wird digital – und smart. Was jetzt noch in Kinderschuhen steckt, wird in zehn Jahren Standard sein.

Text — Tanja Seufert*

Filme werden auf den internetfähigen TV gestreamt, Online-Bibliotheken verleihen Bücher für den eBook-Reader, Industrieroboter fertigen Bauteile, und die ersten selbstfahrenden Fahrzeuge steuern durch unsere Strassen: Die Digitalisierung erfasst immer mehr Lebensbereiche – auch das Wohnen. Die Automatisierung des Haushalts begann in den 1950ern mit dem Aufkommen der ersten elektrischen Haushaltgeräte und hat mit der Smart-Building-Technologie neuen Aufschwung erfahren. Wie geht es weiter?

Erschwinglicher und einfacher

Die Studie «Smart Home 2030» des Gottlieb-Duttweiler-Instituts hat untersucht, wie Wohnen im Jahr 2030 aussehen wird. Das intelligente Zuhause wird in den nächsten zehn Jahren Standard: So kommen, nebst heute etablierten Infrastrukturen wie der automatischen Lüftung, immer mehr digitale Dienstleistungen hinzu. Sie werden erschwinglicher sowie einfacher zu installieren und zu bedienen sein.

Statt komplexe Nachrüstungen braucht es für digitale Plug-and-play-Geräte nur noch einen Internetanschluss – die Vernetzung im und rund ums Haus wird normal. Die Wohnung könnte ab 2030 wie ein Smartphone funktionieren. Gleichzeitig bleibt Wohnen gemütlich, technologische Innovationen finden diskret im Hintergrund statt.

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© Photo by Jakub Jirsak on 123rf.com

Mehr Sicherheit

Im Jahr 2030 wird Wohnen sicherer sein als heute: Zum einen lässt sich das Zuhause jederzeit und von überall her kontrollieren. Zum andern merkt das smarte Haus, wenn mit seinen Bewohnern etwas nicht stimmt – ein grosser Mehrwert in unserer alternden Gesellschaft. Nicht zuletzt wird Wohnen nachhaltiger, denn Geräte und Ressourcenverbrauch lassen sich im Smart Home der Zukunft effizienter steuern.

Roboter als Helfer

«Richtige» Roboter, so genannte Assistenzroboter, lassen voraussichtlich noch etwas länger auf sich warten. Denn auch vermeintlich einfache Alltagsaufgaben wie etwa das Einräumen des Geschirrspülers erfordern eine komplexe feinmotorische Koordination, wie eine weitere Studie des Gottlieb-Duttweiler-Instituts feststellt. Diese mobilen Assistenten existieren erst als Prototypen, werden jedoch in Zukunft für ältere oder behinderte Personen eine wichtige Rolle spielen.

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Die sarkastische Science-Fiction-Satire «Per Anhalter durch die Galaxis» machte Douglas Noël Adams weltberühmt. Der britische Schriftsteller wurde am 11. März 1952 in Cambridge geboren und starb am 11. Mai 2001 in Santa Barbara, Kalifornien.
 

Info
So reagieren Menschen auf Technologien

Die Skepsis gegenüber neuen Erfindungen ist so alt wie die Menschheit selbst. Der satirische Science-Fiction-Autor Douglas Adams, berühmt geworden durch sein Buch «Per Anhalter durch die Galaxis», beschrieb dazu drei Regeln: «1. Alles, was bereits existiert, wenn du geboren wirst, ist normal, gewöhnlich und ein natürlicher Teil der Welt. 2. Alles, was erfunden wird, wenn du zwischen 15 und 35 Jahre alt bist, ist neu, aufregend, revolutionär und eine neue Karrieremöglichkeit. Alles, was nach deinem 35. Lebensjahr erfunden wird, ist gegen die natürliche Ordnung der Dinge.»